Schnellkonsensieren

Schnellkonsensieren in der Praxis

In Gruppen ohne Chef werden Meetings schnell dadurch zäh und anstrengend, dass Entscheidungen über das weitere Vorgehen umständlich ausdiskutiert werden müssen. Wo früher ein Anführer oder ein Moderator die Verantwortung trug herrscht jetzt ein Vakuum.

Statt für schnelle Entscheidungen wieder einer einzelnen Person Macht zu übertragen bleibt das Systemische Konsensieren auch hier stringent: Die Gruppe entscheidet als ganzes.

Ein Beispiel

Jemand in der Gruppe schlägt vor, heute eine Stunde früher aufzuhören. Der Moderator oder er selbst fragt in die Gruppe, ob jemand Einwände zu dem Vorschlag hat. Wenn sich auf die Frage nach den Einwänden niemand meldet wird der Vorschlag als konsensiert angenommen.

Gibt es hingegen Einwände durch Hand heben wird der Vorschlag notiert und die Passiv-Lösung formuliert.

Die Passiv-Lösung beantwortet die Frage, was passiert, wenn wir keine gemeinsame Entscheidung treffen bzw. nichts verändern: Wir hören zur gewohnten Zeit auf.

Evtl. macht noch jemand einen weiteren Vorschlag, dann wird dieser ebenfalls notiert. Anschließend gibt jeder durch Hand heben seine Widerstände zu den einzelnen Möglichkeiten ab.

  • Keine Hand: Ich bin einverstanden
  • Eine Hand: Ich habe leichte Bedenken
  • Zwei Hände: Ich habe starken Widerstand

Der Vorschlag mit dem geringsten Widerstand wird von allen am stärksten akzeptiert und gilt als konsensiert. Auf diese Weise kann eine Gruppe schnell auf veränderte Umstände reagieren ohne Einzelpersonen Macht zu übertragen.