Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen

“Eine kluge Frage ist die halbe Weisheit” (Francis Bacon)

Ob eine Methode etwas taugt, zeigt sich oft erst daran, wie gut sie die bunte Wirklichkeit abbilden kann. Oft wird klammheimlich an einigen Stellen vereinfacht, damit die benutzte Methode damit umgehen kann.
Beim Thema Entscheidungen fängt das schon bei der Fragestellung an, die man als Gruppe beantworten möchte. Hier ein paar geläufige Beispiele für Fragen, die bereits mit einem eingeengten Blickwinkel starten und deswegen polarisieren, anstatt Kreativität zu wecken:

  • “Sollte die Kameraüberwachung ausgeweitet werden?”
  • “Sollten die Steuern gesenkt werden?”
  • “Soll Klaus bei uns in die Gemeinschaft einziehen oder nicht?”
  • “Demokraten oder Republikaner?”

Fragen dieser Art sind wir leider gewöhnt und bemerken sie häufig gar nicht mehr, obwohl sie keine wirklich differenzierte Entscheidung zulassen.
Grund dafür ist das traditionelle Gegeneinander, das auch in der sogenannten Demokratie übernommen wurde. Eine Mehrheit gewinnt über eine Minderheit – da sind kleine Fraktionen nur störend.

Mit einem modernen Entscheidungsverfahren sollten hingegen vielfältige, kreative Lösungen möglich sein. Das drückt sich auch in den Fragen aus, die beantwortet werden. Wie viel anders klingt es zum Beispiel, wenn wir fragen:

  • “Wie können wir die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten und gleichzeitig den Datenschutz achten?”
  • “Wie können wir die anfallenden Ausgaben bewältigen?”
  • “Wie gehen wir mit Klaus’ Wunsch um, bei uns in der Gemeinschaft einzuziehen?”
  • “Von wem möchte ich gerne im politischen Prozess vertreten werden?”

Wenn ihr also demnächst eine gemeinsame Entscheidung trefft, schaut doch mal, ob ihr eine offene W-Frage formulieren könnt: Wer, wann, was, wo, wie,…


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